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Jana & Nadin

6. Okt.
5 Min. Lesezeit

Wir sind Jana (17) und Nadin (20)  Karnutsch aus Terlan. Seit ungefähr zehn Jahren musizieren wir gemeinsam und die Musik ist mittlerweile unser größtes gemeinsames Hobby.




Im gemeinsamen Interview mit Jana & Nadin haben die beiden von ihrer musikalischen Laufbahn erzählt:


Der Anfang:


Unsere Verbindung zur Familie Geier reicht schon weit zurück. Nadin hat als Kind bei Anni Geier, der Großtante von Georg und Susi Geier, privat Gitarre gelernt. Jana wollte schon immer unbedingt Steirische Harmonika spielen und hatte dabei ihre Nachcousine als Vorbild. Deshalb begann sie bei Stefan Geier, dem Vater von Georg und Susi, Unterricht zu nehmen.


Stefan und Anni haben uns schließlich im Zuge des Unterrichts zusammengebracht, sodass wir begonnen haben, gemeinsam zu musizieren.


Unser erster gemeinsamer Auftritt war beim "Jörgi-Markt" im April 2017 in Terlan. Damals waren wir noch ziemlich schüchtern und haben uns eher im Hintergrund gehalten. Mit der Zeit hat sich das aber verändert. Wir haben gelernt, die Aufmerksamkeit des Publikums zu genießen und die Leute auch aktiv in unsere Musik einzubeziehen.



Jana hat sich von Anfang an für die Steirische Harmonika begeistert, weil man mit ihr sowohl Melodie als auch Begleitung spielen kann und eigentlich kein anderes Instrument braucht. Auch wenn wir heute zu zweit musizieren, hat sie genau diese Vielseitigkeit an der Steirischen Harmonika von Anfang an fasziniert.


Bei Nadin war die Sache mit der Gitarre schon als Kind klar. In der Musikschule wurde ihr immer wieder empfohlen, Blockflöte zu lernen, damit sie Punkte für die Musikschule sammeln konnte. Sie wollte aber unbedingt Gitarre spielen und musste deshalb lange auf einen Platz warten.


Unser Vater hat damals immer gesagt: „Stell dir vor, du hucksch pan Lagerfeuer und spielsch Blockflöte.“


Für Nadin war damit eigentlich schon klar, dass es die Gitarre werden musste.


Obwohl unsere Eltern selbst nicht musikalisch sind, haben sie uns auf unserem musikalischen Weg immer sehr unterstützt. Sie haben uns mit Instrumenten ausgestattet, passende Lehrer organisiert und uns viele Möglichkeiten zum Musizieren gegeben. Am Anfang haben wir gemeinsam mit unseren Eltern auch sehr viele Treffen rund um die Steirische Harmonika besucht. Diese Treffen gehören gleichzeitig zu unseren ersten musikalischen Erfahrungen und Auftritten.



Heute verbringen wir vor Auftritten ziemlich viel Zeit mit unserer Musik. Wenn ein Konzert bevorsteht, musizieren und proben wir eigentlich jeden Tag. Wenn kein Auftritt ansteht, machen wir aber auch einmal ein paar Tage oder eine Woche Pause. Einen richtigen Probenplan haben wir sowieso nicht. Wir sind Schwestern und wenn wir Lust haben, gehen wir einfach ins Nebenzimmer und musizieren gemeinsam. Manchmal werden daraus mehrere Stunden, manchmal nur zehn Minuten. Für uns fühlt es sich eigentlich weniger wie „Proben“ und mehr wie gemeinsames Musizieren an.


Unser musikalischer Stil ist sehr gemischt. Wir spielen ruhige Hintergrundmusik, Stücke von Herbert Pixner, Tango, Musik von Stefan Geier und TriOlé, sowie einzelne Oberkrainer Stücke, aber genauso gerne auch Schlager, zum Beispiel von Helene Fischer. Wichtig ist uns dabei immer, dass wir selbst Spaß am Spielen haben. Wir nehmen deshalb nur so viele Auftritte an, wie wir auch schaffen. Die Freude an der Musik soll erhalten bleiben und sie soll für uns nie zu einer reinen Arbeit werden.


Dass wir Schwestern sind, macht das gemeinsame Musizieren für uns besonders. Wir kennen uns sehr gut und können uns musikalisch aufeinander verlassen. Es ist schön, dass wir jederzeit gemeinsam musizieren können. Diese Nähe und die Verbindung, die wir als Schwestern haben, machen das gemeinsame Musizieren für uns besonders persönlich und unkompliziert.



Unsere musikalische Entwicklung


Wenn wir zurückblicken, hat sich unsere Musik im Laufe der Jahre stark verändert. Früher hatten wir sehr viele volkstümliche Stücke in unserem Repertoire. Mit der Zeit haben wir immer mehr Stücke von Herbert Pixner gespielt und später beschlossen, auch Partyhits einzubauen. Wir wollten Musik spielen, bei der das Publikum mitsingen und gemeinsam mit uns Stimmung machen kann.


Besonders viel haben wir über die Jahre im Umgang mit dem Publikum gelernt. Bei unseren ersten Auftritten waren wir noch sehr schüchtern und haben uns eher zurückgehalten. Heute suchen wir die Aufmerksamkeit des Publikums viel mehr und versuchen, die Menschen aktiv zum Mitmachen zu bewegen. Wir haben gemerkt, wie schön es ist, wenn man nicht nur für das Publikum spielt, sondern gemeinsam mit ihm einen musikalischen Moment erlebt.


Musikalisch geprägt und inspiriert haben uns vor allem Herbert Pixner, die Dreiecksmusi und Stefan Geier mit TriOlé.


Ein Stück, das für uns eine besondere Bedeutung hat, ist „Der Russische“. Wir haben dieses Stück bereits seit unseren ersten gemeinsamen Jahren im Repertoire und mittlerweile so oft gespielt, dass wir genau wissen, wie wir das Publikum damit mitreißen können. Obwohl es eigentlich kein Stück zum Mitsingen ist, funktioniert es bei unseren Auftritten immer wieder sehr gut.



Unsere Verbindung zur Steirischen Harmonika und zur Musikwerkstatt Geier


Was uns an der Steirischen Harmonika besonders fasziniert, ist ihre Vielseitigkeit. Man kann mit ihr ganz unterschiedliche Musikrichtungen spielen – von traditioneller Volksmusik und Oberkrainerstil bis hin zu Tango und moderneren Stücken. Früher haben viele Menschen die Steirische Harmonika hauptsächlich mit einem bestimmten Genre verbunden. Heute merkt man immer mehr, dass man mit diesem Instrument viel mehr Möglichkeiten hat. Wir glauben, dass genau das auch dazu beiträgt, dass immer mehr junge Menschen beginnen, Steirische Harmonika zu spielen.


Mit der Familie Geier hatten wir bereits sehr früh Kontakt. Durch unsere damaligen Musiklehrer Stefan und Anni Geier sind wir schon als Kinder mit der Familie und der Musikwerkstatt in Verbindung gekommen.


Für uns war vor allem Stefan ein wichtiger Teil unseres musikalischen Weges. Jana war sieben Jahre lang bei ihm im Unterricht. Er hat sie musikalisch sehr weit gebracht und sie immer wieder motiviert. Heute ist sie genau dort, wo sie immer sein wollte. Gleichzeitig hat sie seine Unterrichtsstunden immer mit sehr viel Freude besucht. Diese Zeit und seine Unterstützung sind für uns bis heute etwas Besonderes.


Dass Jana heute auf einer Geier Harmonika spielt, hat deshalb natürlich auch mit dieser Verbindung zu tun. Als Jana noch sehr jung war, haben unsere Eltern die Steirische Harmonika für sie ausgesucht und gekauft. Natürlich wollte sie damals auch eine Geier Harmonika, weil die Unterstützung von Stefan immer da war und sie diese sehr geschätzt hat.



Jana: Mittlerweile habe ich auch Steirische Harmonikas von verschiedenen anderen Herstellern gespielt. Dabei ist mir besonders aufgefallen, dass sich die Knöpfe meiner Geier Harmonika sehr fein und leicht drücken lassen. Im Vergleich zu anderen Herstellern empfinde ich sie dadurch als besonders angenehm zu spielen. Mir gefällt der weiche Klang und der angenehme Ton sehr gut. Außerdem liegt die Harmonika gut in der Hand und natürlich gefällt mir auch das Design sehr gut. Unsere Eltern haben damals, als ich noch klein war, also schon die richtige Entscheidung für mich getroffen.


Nadin: Auch für mich war die gemeinsame Zeit mit Stefan musikalisch sehr wichtig. Beim Begleiten auf der Gitarre hatte ich schon damals mein eigenes Schlagmuster entwickelt. Stefan hat mir gesagt, dass ich dieses unbedingt beibehalten und nicht verändern soll, weil es etwas Eigenes und Persönliches sei. Diese Worte habe ich mir sehr zu Herzen genommen. Für mich ist es wichtig, einen eigenen musikalischen Charakter zu entwickeln und nicht einfach nur das zu spielen, was alle anderen machen.


Unser Blick nach vorne


Heuer haben wir unser erstes eigenes Lied geschrieben. Es heißt „Solun“.


Wir wollten dem Stück einen Namen geben, der an einen Traum erinnert, weil ein eigenes Lied zu schreiben und selbst zu spielen auch für uns ein Traum war. „So“ kommt von „sogno“, dem italienischen Wort für Traum, und „lun“ von „luna“, dem italienischen Wort für Mond. Außerdem heißt unser Hund Luna, deshalb hat der Name für uns einfach gut gepasst.



Wir möchten in Zukunft auf jeden Fall weitere eigene Stücke schreiben, wenn die nötige Zeit und Inspiration dafür da ist. Unser größter Wunsch ist aber, dass uns der Spaß am gemeinsamen Musizieren erhalten bleibt. Genau diese Freude war von Anfang an der Grund, warum wir gemeinsam Musik gemacht haben und sie soll auch in Zukunft das Wichtigste für uns bleiben.




 
 
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